… schrieb mir gerade eineKlientin im Beratungs-Chat.
Oh doch!
Es ist nur so, dass wir uns erst (wieder)daran erinnern müssen, wie es sich anfühlt!
Und das ist für die meisten Menschengar nicht so leicht denn alles, was es dazu braucht, hat man ihnen seit derGeburt systematisch abgesprochen und wegtrainiert!
Wer kann sich daran erinnern z.B.gehört zu haben: „Es ist wundervoll, dass es Dich gibt!“ oder „Ich liebe Dichgenau so, wie Du bist“. oder: „Mach weiter so, das ist genial!“
Vermutlich findet man sich eherhierin wieder: „Wenn Du … machst, dann hat die Mama Dich ganz doll lieb.“ Oder„Der Esel nennt sich selbst zuerst“. Oder: „Du bist gar nicht artig, mach soweiter, dann hat die Mama hat Dich nicht mehr lieb“.
Oder „Warte, bis der Papa nachHause kommt. …“ Es gab reichlich Forderungen, viel Kritik, ein Zurechtstutzenauf das Maß des anderen.
Auf diese Weise hat man ihnen systematischdie bedingungslose Liebe, die Freude ist, reine Glückseligkeit im Augenblick,erwartungslos, unabhängig und frei von Urteilen und Bewertungen, förmlichausgetrieben und stattdessen die „Wenn Du …. - dann ….“ - Erwartungen, dieAbhängigkeiten erzeugen und unfrei machen, eingepflanzt.
Heute erfährt man inFreundschaften, Beziehungen oder Partnerschaften doch viel mehr dass man nichtso geliebt wird, wie man ist, sondern so, wie man gefälligst sein sollte, weilder andere es so haben will.
Wobei die Crux ist, dass dieserForderungskatalog noch nicht einmal klar und deutlich vermittelt wird, sondernerwartet, man müsse das doch wohl selbst wissen.
Nun sollte man annehmen, dass dasirgendwann erkannt wird und der Wunsch nach Veränderung entsteht, endlich anzukommen,glücklich zu sein mit sich selbst, sich wohlzufühlen, auch in einer intaktenLiebesbeziehung.
Weit gefehlt!
Statt sich mit der eigenen Sehnsucht,den Wünschen, Schmerzen, Ängsten, Eifersucht, Unsicherheiten, Misstrauen... zubeschäftigen, wird weiter im Außen re-agiert, dem anderen vorgeworfen, was erfalsch mache, was von ihm alles nicht käme, wie verletzend er durch seinVerhalten sei usw.
Viele Frauen und immer mehrMänner haben ein ganzes „Drehbuch“ im Kopf, in dem der andere von ihnen besetztwird, obwohl dieser noch nicht einmal die Einladung zum Casting bekam! Wasnicht passt, wird passend gemacht, in ihren Gedanken.
Es geht so weit, dass sie auseinem: „Ich liebe Dich nicht (mehr)“, ein: „Er weiß es nicht, aber ich fühlegenau, dass er mich liebt, das werde ich ihm schon beibringen.“
In ihrem Film (ihrer Realität)hat er die Hauptrolle, ob er will oder nicht, und auch sie spielen natürlich mit,erleben alles, was sie sich wünschen … bis die Realität sie einholt, in der sieerkennen, dass nichts von dem, was sie erwarten, tatsächlich geschieht.
Und so erleben die meistenMenschen: Das, was ich will, das kriegich nicht.
Das was ich krieg, das will ich nicht!
Alles dreht sich Tag für Tag nurum diesen einen Gedanken: Endlich DEN einen zu finden, zu haben, zu be-halten,der genau das tut, was sie sich so sehr wünschen: Sie zu lieben.
Begegnen sie dann wirklich einemMenschen der sich für sie interessiert, bringen sie von allem zuviel, sindfordernd, eilig, klammern, wollen alles wissen, kontrollieren, immer mit ihmzusammen sein und wundern sich, dass der andere recht schnell Reißaus nimmt.
Sie begreifen nicht, dass ihrVerhalten den anderen schlicht überfordert, besonders dann, wenn er selbstebenfalls nie gelernt hat, was Liebe wirklich ist.
Menschendie lieben, finden Wege – alle anderen erfinden Ausreden!
Und es gibt unzählige Ausreden ….– viel mehr als echte Liebeserklärungen.
Warum?
Weil die wenigsten Menschen sichselbst lieben, ihrer Selbst bewusst sind - das fehlt ihnen völlig. Sie habengelernt, dass die Meinungen anderer über sie wichtiger sind als ihre eigene. Davonmachen sie sich abhängig und versuchen so zu sein, wie sie annehmen, dassandere sie gern sehen würde. Nachfragen tun sie auch das nicht.
Nur, wer sich selbst vertraut,seiner Selbst sicher ist, seinen Selbstwert erkannt hat, selbstständig seinwill, d.h. unabhängig, selbstbestimmt, eigenverantwortlich, sich selbstakzeptiert, sich selbst lieben kann und selbst vertraut, wird diese Liebe auchim Außen erfahren. Dieser Mensch beschenkt sich und andere, weil er es bewusstwill und er-leben kann!
Sich selbst zu lieben ist ganz einfach:Sei Dein eigener Liebhaber und mach alles das mit Dir, was Du von einem Partnergern hättest. Das kann richtig Spaß machen, man kann es genießen, es ist eine Herausforderungund wundervolle Bereicherung des eigenen Seins, bedeutet aber auch, dasserkannt, erfühlt, endlich wahrgenommen werden will:
Wer bin ich denn eigentlich?
Was will ich?
Was ist mir wichtig?
Womit fühle ich mich wohl?
Wie fühlt sich mein Körper an?
Kann ich akzeptieren, dass ichdie No. 1 in meinem Leben bin?
Was will ich nicht.
Womit fühle ich mich unwohl?
Was ist in meinem Leben zufinden, das ich gar nicht darin haben will?
….
Was Du ausstrahlst, kommt zu Dir zurück. Das ist das ganze Geheimnis!
Wie Innen, so Außen.
Das Nachfolgende schreibt einjunger Mann, noch nicht einmal 20 Jahre alt:
Vielleicht gibt es auf der Weltirgendwo ein Mädchen, die so offen ist, liebt ohne Agenda (=Pläne, Ziele,Regeln), die "verletzlich" ist,
die dem einfach nicht im Weg steht, weil sie (sich selbst)er-kennt...
Nicht, dass ich eine Beziehung brauche, aber die würde ichkennenlernen wollen.
Es ist so selten. ...
Und ein älterer Mann antwortet ihm darauf:
Ja, es gibt sie.
Jedoch ...... die Liebe zu ihr führt über das eigene Herz.
Wie ich festgestellt habe, bremse ich mich selbst dabei, ihre Liebe zu mir fließen zulassen, bevor ich nicht mindestens dasgleiche Gefühl mir selbst gegenüberin meinem Herzen fühle, llein inmir, durch mich, ICH.
Genau so ist es!
Erst, wenn ich gelernt habe, mich selbst zu lieben, ergibt sichdas Geliebt werden ganz von allein.
Zu diesem Text passt auch mein Artikel „Beziehung“ – vonLiebe, Glück und Harmonie, den man gern bei mir bestellen kann, ebenfallskostenlos.
Johanna-Merete Creutzberg - geschrieben am 14.1.2011

