
In meinem täglichen Kontakt mit Ratsuchenden erlebe ich oft, dass völlig falsche Ansätze da sind und Gedanken, die schon fast ins Manipulative gehen. Nicht selten höre und lese ich Aussagen wie: „Ich will ihn aber!“ oder „Ich will, dass er mir seine Gefühle mitteilt!“ Dies ist ein Phänomen aus der neueren Zeit, welches klar zeigt, dass die wichtigen Aspekte, die eine Beziehung ausmachen, gar nicht mehr im Vordergrund stehen. Es wird nicht mehr darüber nachgedacht, was der andere fühlt, warum er ist, wie er ist. Es gibt Dinge, die sollte und muss man akzeptieren und nicht als Anlass nehmen, den Anderen umerziehen zu wollen.
Frauen sind sehr emotional und teils auch sehr rücksichtslos, wenn sie Lieben und manchmal hab ich den Eindruck, als würden sie alles tun, um zu bekommen, was sie begehren. Dieser Wille macht aber mehr kaputt, als das er nützt! Natürlich gibt es auch Herren, die so denken!
Das Thema Vertrauen ist auch ein Großes. Wieso können so viele Menschen nicht mehr vertrauen, sich dafür aber in ein Misstrauen hinein steigern, bis zur Ohnmacht und bis zur völligen Selbstaufgabe? Es ist teilweise so schlimm, dass Frauen nicht mehr zur Arbeit gehen, ihr eigenes Leben total vernachlässigen, in der Absicht dem Partner zu beweisen, dass seine Überstunden keine Überstunden sind, sondern sich als neue Freundin entpuppen könnte!
Ich als Beraterin komme dann oft an meine Grenzen, weil die Personen nicht verstehen wollen, dass die „Probleme“ aus ihnen heraus entstanden sind. Um die Situation zu lösen, sollte man dann mal in sich gehen und sich selbst hinterfragen. Nicht jeder Partner ist ein Betrüger, nur weil der Expartner vielleicht Einer war. Nicht jede Überstunde, ist gleich Fremdgehen. Nicht jede SMS von einer Kollegin des Mannes, muss eine Aufforderung sein, seine Partnerin zu verlassen.
Das Einzige, was bei so viel Druck und Kontrolle heraus kommt, ist die Tatsache, dass sich der Partner, dem alles Mögliche unterstellt wird, sich immer weiter zurück zieht, oder die Beziehung ganz beendet.
Der Begriff „Qualitätszeit“ ist in meinen Beratungen ein Wort, dass oft zum Tragen kommt, wenn ich merke, dass Ratsuchende einen neuen Weg brauchen, um zum glücklichen, harmonischen Teil der Beziehung zurück zu kehren. Vorausgesetzt, dass beide Parteien das noch wollen!
Zunächst einmal muss Ruhe in die Beziehung, in die Basis. Beide Seiten sollten ehrlich zu sich selbst und offen dem Partner gegenüber sein. Nur wenn beide Seiten wissen was in dem Anderen vorgeht, kann Verständnis entstehen. Das geht nur über Kommunikation, einen anderen Weg gibt es nicht. Alles in sich aufzustauen, schafft nur immer mehr Frust. Nicht jeder kann über sein Innerstes sprechen und niemand soll sich zu irgend etwas zwingen. Also kann man auch einen Brief schreiben, oder eine ausführliche Email und hier seine ganzen Gedanken fließen lassen. Wie auch immer, die Worte, Gefühle müssen raus, damit der Gefühlsstau sich legen kann. Auch Wut darf in Worte gefasst werden,auch Enttäuschung, eben alles, was dazu dient, die Fronten zu klären. Natürlich sollte man seine Worte mit Bedacht wählen, den Anderen nicht verletzen!
Ist dies erst einmal geschehen, fühlt man sich gleich viel leichter und man kann zu Phase 2 übergehen. Zusammen wird überlegt, wie zukünftig die schon angesprochene „Qualitätszeit“ genutzt werden soll. Es kann ein Abend in der Woche sein, an dem man etwas Schönes und Entspannendes zusammen macht. Reden, romantisch Essen gehen, einen Film anschauen, ein gemeinsamer Spaziergang.
Nehmt an, was euer Partner euch bietet. Das muss kein Liebesgeständnis sein, es reichen auch Gesten und ein Lächeln. Verliebt euch neu in einen Menschen, dem ihr vertrauen lernen könnt! Nehmt euch die Zeit, es wird sich lohnen!
Eure Flora

